Das Gottprinzip aus Irisch-Keltischer Sicht (Teil 1)

 

 Ich beschränke mich hier zum größten Teil auf die mythischen Geschichten Irlands, da dies ein sehr umfangreiches Thema ist.

Auch hier ist es für die Nachkommen der Festlandkelten etwas schwerer, haben sich doch die „Irischen Künste“ viel feiner entwickelt, als auf dem „festen Land“… Und dieses ist auch bei deren jetziger Folk-Musik anzumerken, hat sie doch nicht die „Härte“, die z.B. den Nachkommen der Pikten eigentümlich ist.

OK., zurück zum „Gottprinzip“, eine Suche nach dem Gottesaspekt aus Irisch-Keltischer Sicht:

  • Das Symbol einer Schlange auf der Wange eines Wesens bedeutet, dass wir hier ein ophidisches Wesen der ersten rudimentären Gattung vor uns haben, dies ruft dem Wissenden das Bild der Entwicklung vor dem Entstehen der menschlichen Rasse. Ein Hinweis bietet uns Le Kat Godeu, der Talisien zugute gehalten wird. Dort schreibt dieser „göttliche Barde“, dass er in vielen verschiedenen Wesenheiten erschienen ist, bevor er menschliche Gestalt annahm. So dient dieser Symbolismus der Körperbemalung oder eines Tatoos einer Schlange m.E. schon dazu, das Archaische, welches dem Dualistischen Voranschreiten und der Invozierung des „Gottes“ in Uns den Weg bereiten sollte. So, wie sich die Schlange häutet, so wird sich dem, der um „Einlass“ in die männlichen Mysterien bittet, der Weg von der Quelle her, bereitet.
  • Ladhra, „der erste Tod“

Die erste Konkretisierung, d.h., hier werden durch seinen Namen und sein Beispiel aus dem frühen Mythos – er hatte ein „Übermaß“ an Frauen (derer 16) der mit der Fruchtbarkeit (die Frauen) in Verbindung gesetzte Tod die Züge des Göttlichen:

Fruchtbarkeit – Tod, Schöpfung – Zerstörung. Ladhra stellt den Tod an sich dar, und nicht den Tod aufgrund Alterns oder den Tod als Kriegsfolge. Er hält uns die Sakralität des Todes als eine Kondition des Lebens vor Augen.

Symbolik: Sechzehn Stengel mit Kugeln, die aus zwei geknickten Stäben hervorgehen. Oder auch die Zweiköpfige Schlange, welche mit Jedem Kopf eine Ziege zu verschlingen droht.

  • Bartholan oder Partholon

Der Führer des ersten „Stoßtrupps“ (Stammes). Sein Name verrät seine maritime Natur und deutet an: Er war kaum ein Kriegsherr oder sonst Sterblicher, sondern vielmehr die erste Welle der urzeitlichen Völkerbewegungen. Er erweckte die Insel Irland aus Ihrem Schlummer. Hier ist zu erwähnen, dass dies der Ur-Gott der aus Iberien einwandernden Kelten gewesen sein könnte. Seine Leistungen werden nicht personifiziert, sondern seinem Stamm die Urbarmachung von vier Ebenen und neun Flüssen und zehn Seen zugeschrieben.

Der „Verteidiger“ der Insel hatte den seltsamen Namen Cichol Gri Cen-Chos, was einen Schlüssel für die Deutung liefert: (Chen Chos = ohne Fuß) Hier dürfte es sich um die Ur-Schlange handeln, die den jungfräulichen Boden gegen Partholon, dem Schöpfer des Landes aus dem Meer, zu behaupten versuchte.

Hier sind wir mitten in einer schöpfungsgeschichtlichen Symbolik (Steele aus dem Oo-Tal, befindet sich im Museum von Toulouse): Eine Figur mit eiförmig rundem Geschlecht, dem eine Schlange entschlüpft, die Ihrer/m Schöpfer/in in die linke Brust beißt. Und hier schließen sich auf einmal die Kreise der ersten drei Absätze dieser Abhandlung…

Weiteres über den männlichen Gottesaspekt demnächst in diesem Forum.

 

 

 

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